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Jasmin

  • 28. Okt. 2025
  • 10 Min. Lesezeit

SELTENE KRANKHEITEN

LET THE SUN SHINE IN!

FORSCHEN AM EIGENEN GENDEFEKT


PD Dr. Jasmin Barman-Aksözen forscht an der Universität Zürich an neuen Therapien für seltene Krankheiten. Während ihrer Doktorarbeit war die Molekularbiologin an der Entwicklung des ersten Medikaments für EPP (Erythropoetische Protoporphyrie) beteiligt, einer extrem seltenen Erbkrankheit, von der sie selbst betroffen ist. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in verschiedenen Vereinen und auf der Science Slam Bühne für die Belange von Patientinnen und Patienten.


Ein „Sun-Selfie“


Wir nennen sie „Sun-Selfies“


Eigentlich sind es nur Fotos, auf denen wir irgendwo im Freien in der Sonne stehen. In unserer Chatgruppe geteilt, lösen sie dennoch innerhalb von Minuten begeisterte Reaktionen aus. Jedes Mal! Denn für uns „Schattenspringer“ waren solche Bilder bis vor ein paar Jahren noch undenkbar. Sonnenlicht löst bei Patientinnen und Patienten mit Erythropoetischer Protoporphyrie (EPP), so der wissenschaftliche Name der Krankheit, brennende Schmerzen an allen Hautstellen aus, die mit Licht in Kontakt kommen. 2014 wurde das erste Medikament für EPP in der EU zugelassen. Als Wissenschaftlerin und Patientin war ich an der Entwicklung beteiligt gewesen, und als Patientenvertreterin durfte ich meine Erfahrungen während der Zulassung einbringen. Unter Behandlung können wir ein fast normales Leben führen. Mehr noch: Sonnenlicht fühlt sich auf einmal warm und angenehm an! Damit gehört die EPP zu den Ausnahmen, denn für die meisten seltenen Krankheiten existiert bisher noch keine Therapie. Doch noch haben nicht alle Patientinnen und Patienten Zugang.



SELTENE KRANKHEITEN


In Europa gilt eine Krankheit als selten, wenn sie bei weniger als einer Person in 2’000 auftritt. Viele sind jedoch wesentlich seltener, ab einer Person in 50’000 spricht man sogar von einer ultra-seltenen Krankheit. Obwohl jede einzelne nur wenige Individuen betrifft, sind es zusammengenommen über eine halbe Million Menschen in der Schweiz, die an einer der 7’000 seltenen Krankheiten leiden. Das sind mehr Patientinnen und Patienten als mit Diabetes. Ungefähr 80% der seltenen Krankheiten haben eine genetische Ursache, sind also angeboren. Die meisten beginnen schon in der Kindheit, sind lebensbedrohlich oder schwer beeinträchtigend. Trotzdem gibt es nur für 5% eine wirksame Therapie. Doch auch in allen anderen Bereichen der medizinischen Versorgung haben Patientinnen und Patienten mit seltenen Krankheiten oft das Nachsehen: oftmals gibt es nur wenige Spezialistinnen und Spezialisten und das Wissen über die Ursachen der Symptome sowie den natürlichen Verlauf der Krankheiten ist begrenzt. Die Schwierigkeiten fangen aber bei den meisten schon viel früher an, nämlich bei der richtigen Diagnose.


„ … das ist so selten, das haben Sie sicher nicht“

Bei mir dauerte es 26 Jahre, bis ich endlich eine Erklärung für meine Symptome bekam. Über die Zeit sammelten sich einige Diagnosen an, von „Sonnenallergie“ bis „psychisch überlagert“ war alles dabei - leider schlug aber keine der jeweiligen Therapien an. Letztendlich habe ich die korrekte Diagnose einem Artikel auf Wikipedia zu verdanken, verfasst von einer anderen Patientin. Zusätzlich liess ich mich nicht abwimmeln und habe auf den Bluttest im Speziallabor bestanden, obwohl meine Dermatologin überzeugt war: „Eine Erythropoietische Protoporphyrie, das ist so selten, das haben Sie sicher nicht!“. Tatsächlich gehört EPP zu den ultra-seltenen Erkrankungen, in der Schweiz gibt es nur 80 Betroffene. Im April 2006 hielt ich endlich das Resultat des Bluttests in den Händen, der die EPP bestätigte. Es gab zu dem Zeitpunkt noch keine Therapie. Mit der Diagnose war auch klar, dass die EPP als angeborene Krankheit nicht von selbst verschwinden würde und ein Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen besteht. Trotzdem war schon allein das Wissen um die Ursache der Symptome unglaublich befreiend. Mit der Diagnose konnte ich mich endlich an die richtigen medizinischen Spezialisten wenden. Außerdem hatte ich plötzlich Kontakt zu Menschen, die genau wie ich seit ihrer Kindheit an sonnigen Tagen von Schattenfleck zu Schattenfleck rennen, die im Hochsommer Regenschirm und dicke Kleidung nutzen, auch wenn es lächerlich aussieht und Kommentare provoziert, und die tagsüber jeden Aufenthalt im Freien vermeiden. Von diesen anderen Schattenspringern fühlte ich mich das erste Mal im Leben richtig verstanden.



FORSCHEN AM EIGENEN GENDEFEKT


Fünf Wochen nach der Diagnose lud mich die Autorin des Wikipedia-Artikels auf ein wissenschaftliches Symposium zu EPP und damit verwandten Krankheiten ein. Dort traf ich auf Prof. Elisabeth Minder aus Zürich, eine der weltweit führenden Expertinnen für EPP. Ich hatte meinen Abschluss in Biologie fast in der Tasche, und kurz nach dem Symposium wurde Elisabeth meine Doktormutter. Bei der EPP ist ein Gen verändert und nur noch teilweise aktiv, das für die Herstellung des roten Blutfarbstoffs benötigt wird. Dies führt zu einer leichten Blutarmut. Schlimmer ist aber, dass sich unfertige Vorstufen des Blutfarbstoffs in den roten Blutkörperchen und Adern anlagern. Leider reagieren diese mit dem sichtbaren Licht und verbrennen dabei die Aderwände von innen. Damit wurde mir auch klar, warum keine Sonnencreme jemals genutzt hatte: „Sonnen“creme schützt gegen die unsichtbare UV-Strahlung, die Ursache von Sonnenbrand und Hautkrebs. Bei EPP führt aber das bunte, sichtbare Licht zu den schmerzhaften Symptomen. Tatsächlich sind auch intensive OP-Lampen, Scheinwerferlicht und die immer weiter verbreiteten Energiesparlampen ein Problem. Während meiner Doktorarbeit untersuchte ich dann in menschlichen Zellen und Blutproben von Patienten, wie sich die Nutzung des betroffenen Gens mit neuen Techniken steuern und eventuell sogar wieder stärker aktivieren lässt. Nebenbei entdeckten meine Studierenden und ich weitere biologische Prozesse, mit denen sich bis dahin rätselhafte Aspekte der EPP erklären ließen. Am Anfang war ich mir nicht sicher gewesen, ob es gut ist, am eigenen Gendefekt zu forschen. Tatsächlich habe ich immer noch großen Spaß daran. Seltene Krankheiten sind oft kaum erforscht, was bedeutet, dass es noch sehr vieles herauszufinden gibt! Wie viel mehr lässt sich sogar in Zahlen ausdrücken: „Pubmed“ ist eine öffentliche Datenbank für medizinische Fachartikel. Anfang September 2024 waren dort insgesamt 635’000 Artikel zum Altersdiabetes aufgelistet. Zu EPP waren es gerade mal 1’146 Einträge.



Forschen am eigenen Gendefekt? Mir macht es großen Spaß!

© Franziska van Breemen, mit freundlicher Genehmigung.



SELTENE KRANKHEITEN, SELTENE THERAPIEN


Die Kehrseite der spärlichen Forschung im Bereich seltene Krankheiten ist, dass es kaum Ansätze für Therapien gibt. 1921 wurde der erste Patient mit Insulin behandelt, 40 Jahre bevor EPP wissenschaftlich beschrieben wurde! Selbst mit Ideen für eine Behandlung bleiben Herausforderungen wie kleine und meist sehr heterogene Patientengruppen, was den Nachweis der Wirksamkeit einer Therapie erschwert. Zudem müssen Investoren gefunden werden, die an den wirtschaftlichen Erfolg eines Medikaments glauben. Um die Entwicklung neuer Therapien für seltene Krankheiten zu fördern, wurde in den meisten Ländern (auch der Schweiz) der sogenannte Orphan Drug Status eingeführt: Seltene Krankheiten sind sozusagen die Waisenkinder der Medizin, und es braucht eine Berücksichtigung der besonderen Umstände und finanzielle Anreize, damit sie eine faire Chance auf eine Behandlung erhalten.


Der Status wird Medikamenten nur verliehen, wenn sie zur Behandlung von lebensbedrohlichen oder schwer beeinträchtigenden seltenen Krankheiten entwickelt werden, für die es bisher keine wirksame Therapie gibt. Trittbrettfahrer, die häufig vorkommende Krankheiten mit kreativen Definitionen in viele kleine Gruppen mit wenigen Betroffenen unterteilen, haben das Konzept in die Kritik gebracht. Für die tatsächlichen seltenen Krankheiten bleibt der Orphan Drug Status aber ein wichtiges Instrument. So auch für die EPP: Als ich im Juli 2007 für die Doktorarbeit nach Zürich kam, lief dort gerade die erste größere klinische Studie, in der „Afamelanotid“ bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit EPP getestet wurde. Ein kleines Pharmaunternehmen aus Australien hatte den Wirkstoff aus den 1980er Jahren zu einem Medikament weiterentwickelt. In einer Vorstudie gab es Hinweise darauf, dass es die Verbrennungen der Aderwände bei EPP reduziert. Ich nahm nicht als Probandin an den Studien teil, brachte aber im Hintergrund meine Erfahrungen als Patientin und Wissenschaftlerin ein: Wie soll man beispielsweise die Wirksamkeit messen und was ist für Betroffene ein relevanter Effekt?



LET THE SUNSHINE IN!


Im Sommer 2012 erhielten Patientinnen und Patienten in der Schweiz einen Sonderzugang zu Afamelanotid. Ich war anfänglich skeptisch. Doch eine Woche nach der ersten Dosis blieb ich mutig auf der sonnigen Seite der Straße. Kurz darauf machte ich einen Ausflug mit Freunden, obwohl MeteoSwiss „gutes“ Wetter angekündigt hatte. Und dann reisten mein Mann und ich mitten im Sommer nach Kalifornien, um dort die Mammutbäume zu sehen. Erhebungen unter Patientinnen und Patienten mit EPP in verschiedenen Ländern zeigen immer wieder ähnliche Resultate: bei der Mehrheit steigt die Zeit, die sie unter Behandlung maximal im direkten Sonnenlicht verbringen können von 10 Minuten auf etwa 3 Stunden an! Das ist genug Zeit, um ein fast normales Leben zu führen! Für eine Zulassung muss jedoch erst die Sicherheit und Wirksamkeit eines neuen Wirkstoffs systematisch geprüft werden. Die Firma hatte den Antrag auf Zulassung in der EU gestellt, doch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bezweifelte zunächst die Relevanz der gemessenen Effekte.


Das war der Moment, an dem ich zur Aktivistin wurde. Ich meine: Patientinnen und Patienten sollten bei allen weitreichenden Entscheidungen über ihre Gesundheit einbezogen werden. Dies gilt insbesondere für seltene Krankheiten, bei denen die Literatur oft kein komplettes Bild liefert. Zusammen mit Vorständen von anderen nationalen Patientenorganisationen für EPP schrieben wir Briefe an die EMA und boten an, den Kontakt zu Betroffenen herzustellen. 2014 lud die EMA dann tatsächlich eine kleine Gruppe Patientenvertreter zu einer Anhörung nach London ein, ich war auch darunter. Wir berichteten über unser Leben mit und ohne Therapie. Und konnten erläutern: Die meisten Betroffen müssen erst ihre Angst überwinden, sich dem Sonnenlicht auszusetzen. Doch nach einiger Zeit unter Therapie können sie ein normales Leben führen, und sogar die Wärme der Sonnenstrahlen genießen. In ihrer Pressemitteilung zur Zulassung erwähnte die EMA dann den Beitrag, den die Patientinnen und Patienten für das Verständnis der Effekte der Therapie geleistet hatten.


Ich meine: Patientinnen und Patienten sollten bei allen

weitreichenden Entscheiden über ihre Gesundheit einbezogen werden.

Berlin, Januar 2017.

© Annie Gentil, mit freundlicher Genehmigung.



ZULASSUNG ≠ ZUGANG


Die Zulassung ist allerdings nur die erste Hürde. Damit Patienten von einer Therapie tatsächlich profitieren können, muss sie nämlich auch erstattet werden. Ich konnte mir das Ausmaß an Schwierigkeiten anfangs nicht vorstellen. Immerhin hat Afamelanotid einen Orphan Drug Status und es existiert keine alternative Behandlung. In jedem Land der EU gelten andere Kriterien für die Vergütung von Medikamenten, zum Teil müssen sogar zusätzliche Studien durchgeführt werden. Und der Preis spielt natürlich eine Rolle: Orphan Drugs stehen immer wieder in der Kritik, denn sie kosten pro Patienten oftmals mehr als Medikamente für Volkskrankheiten. Ein wichtiger Grund für hohe Preise sind sicherlich die kleinen Absatzzahlen, aber auch, dass bei seltenen Krankheiten oft innovative Ansätze ausprobiert werden. Dabei wissen wir als Öffentlichkeit meist gar nicht, um welche Summen es sich tatsächlich handelt: Publiziert werden nämlich in den meisten Fällen nur hohe Schaufensterpreise; im Hintergrund sind geheime Rabatte vereinbart, die nur die Firmen, Behörden und Krankenkassen kennen. Persönlich stört es mich, dass in den Diskussionen häufig der Blick dafür verloren geht, welchen Nutzen die Behandlungen für die Betroffenen und ihre Familien haben. Und ich frage mich: ist es wirklich nötig, ein Orphan Drug nochmals in jedem einzelnen Land zu überprüfen? Dies kostet wiederum Zeit und Geld, obwohl mit der Zulassung die Wirksamkeit bereits gezeigt wurde.


Je nach Krankheit kann ein rascher Zugang für die Betroffenen lebensentscheidend sein. Und für die Schweiz gelten wiederum eigene Prozesse: Für die Prüfung der Zulassung ist Swissmedic zuständig und über die Vergütung entscheidet das Bundesamt für Gesundheit. In der Schweiz lebende Patientinnen und Patienten mit seltenen Krankheiten sind jedoch in der glücklichen Situation, dass die Kosten für im Ausland zugelassene Orphan Drugs auf Antrag von den Krankenkassen übernommen werden können, noch bevor sie regulär in der Schweiz vergütet werden. Dies ermöglicht den raschen Zugang, war jedoch ursprünglich als Übergangslösung gedacht. Bis Medikamente in der Schweiz vergütet werden, muss der Antrag regelmäßig erneuert werden, was für die Betroffenen große Unsicherheiten mit sich bringt. Soll man wirklich mehr Verantwortung im Beruf übernehmen oder eine Familie gründen, wenn man die neuen Funktionen nur für einen bestimmten Zeitraum garantiert erfüllen kann? Eine Zulassung mit nachfolgendem positivem Entscheid zur Vergütung durch die Schweizer Behörden würde Sicherheit für die Beteiligten schaffen. Doch gerade kleinere Firmen scheuen den Aufwand, der vor allem bei den Orphan Drugs viele Jahre in Anspruch nehmen kann.



LET THE SUN SHINE FOR EVERYONE!


Mein Ziel ist es, dass alle Patientinnen und Patienten vom medizinischen Fortschritt profitieren können. In der Schweiz sind mit dem „Nationalen Konzept“, das 2014 vom Bundesrat verabschiedet wurde, wichtige Voraussetzung dafür geschaffen worden. Eine Maßnahme ist die Einrichtung von sogenannten „Zentren für seltene Krankheiten“, an die sich Patientinnen und Patienten ohne Diagnose wenden können. Mit Diagnose übernehmen dann zu Netzwerken verbundene „Referenzzentren“ die spezifische Versorgung. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten mit seltenen Krankheiten langfristig vom besten verfügbaren Wissen profitieren. Das Stadtspital Zürich Triemli ist seit über 30 Jahren das Zentrum der Expertise für EPP in der Schweiz. Afamelanotid ist bisher nur für Erwachsene zugelassen, dabei leiden Kinder und Jugendliche mit EPP am meisten unter der Krankheit. Dank der langjährigen Erfahrung und der internationalen Vernetzung kann am Stadtspital Zürich seit dem Frühjahr 2024 die erste klinische Studie mit Jugendlichen ab 12 Jahren durchgeführt werden. Ich hoffe sehr, dass dadurch bald eine Behandlung dieser Altersgruppe möglich wird. Um klinische Studien in der Schweiz durchzuführen, braucht es Informationen über die Anzahl aller Betroffenen von seltenen Krankheiten und wie man sie kontaktieren kann.


Bisher fehlten dafür die Strukturen, doch vor Kurzem hat das „Schweizer Register für seltene Krankheiten“ seinen Betrieb aufgenommen. Jetzt schon existieren sogenannte „Helplines“, niederschwellige Angebote für sowohl Betroffene als auch für Gesundheitsfachpersonen, die Unterstützung beim Navigieren durch die verschiedenen Anlaufstellen bieten. Auf Seite der Patienten ist die Dachorganisation „ProRaris“ für Selbsthilfegruppen mit Fokus auf seltene Krankheiten eine der wichtigsten Kontakte. Doch der Schlüssel zum medizinischen Fortschritt ist die Forschung. Seit Langem unterstützt die Universität Zürich Forschung an und für seltene Krankheiten und bewilligte im September 2024 die zweite Phase des Projektes „Innovative Therapien für Seltene Krankheiten“. Ich bin dort zum einen als Patientenvertreterin tätig und stelle beispielsweise den Kontakt zwischen Forschenden und Patientenorganisationen für spezifische Krankheiten her. Zum anderen kann ich selbst Projekte und Forschungsfragen einbringen. Wie ich selbst erfahren habe, sind nach der Zulassung von Medikamenten für seltene Krankheiten eine Reihe ethischer, sozialer und rechtlicher Aspekte von zentraler Bedeutung. Am Forschungsschwerpunkt schätze ich die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus diesen Bereichen sehr!



  Science Slam-Vortrag, Deutsche Meisterschaften Hamburg 2022

Screenshot Video Youtube.

© Julia Offe, Scienceslam.de, mit freundlicher Genehmigung.


SELTENE KRANKHEITEN: AUS DEM SCHATTEN INS SCHEINWERFERLICHT!


Und was sollte man mit all den spannenden Forschungsergebnissen machen? Na klar, sie unter die Leute bringen! Die Zentren für seltene Krankheiten bieten in der Regel Weiterbildungen für die interessierte Öffentlichkeit an. Besonders um den „Tag der Seltenen Krankheiten“, der – wann sonst – jedes Jahr um den 29. Februar herum gefeiert wird, gibt es viele öffentliche Veranstaltungen. Persönlich habe ich „Science Slams“ für mich entdeckt. Sie werden mittlerweile in fast jeder größeren Universitätsstadt durchgeführt. Forschende präsentieren dabei in 10 Minuten ihre Projekte sowohl verständlich als auch unterhaltsam und dürfen dabei alle Hilfsmittel verwenden. Am Ende entscheidet das Publikum, bei wem es am meisten gelernt und Spaß dabei gehabt hat. Ich fand das Konzept gleich schon beim ersten Mal als Zuschauerin überzeugend. Heute ist es ein Hobby und eine effektive Möglichkeit seltene Krankheiten bekannter zu machen. Tatsächlich weiß ich, dass dank Sciences Slams schon Diagnosen für EPP zustande gekommen sind! Wer also nebenbei sein Wissen über seltene Krankheiten erweitern möchte, sollte nach Terminen Ausschau halten: Auch die „Primäre Ziliendyskinesie“ und „Neurofibromatose“ gibt es schon als Science Slam-Beitrag. Und wer sich nun angesprochen fühlt selbst mitzumachen: neue Forschungsprojekte sind mehr als willkommen!


Science Slam-Vortrag zu Erythropoetischer Protoporphyrie,

Ludwigsburg, September 2022.

© Mehmet Aksözen, mit freundlicher Genehmigung

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